Mexiko, 16.05. – 21.05.

16.05.

Dear All, da ich immer wieder über Mexiko erzähle und alle wissen, dass ich hier teilweise schon gelebt habe, entschloss ich mich dazu, Euch ein paar Zeilen dazu zu schreiben.

Heute bin ich via Frankfurt nach Mexiko Citiy geflogen, alles ist stressfrei und ruhig verlaufen. Es ist immer wieder beeindruckend, wenn man mit dem Flugzeug hier ankommt und ca. eine halbe Stunde, in jede Himmelsrichtung, über die grösste Stadt der Welt fliegt.

Es ist schwierig zu sagen, wie viele Einwohner Mexiko City hat (da die Bezirke nicht exakt abgegrenzt sind), die Schätzungen liegen zwischen 28-33 Mio. Einwohner (inklusiv Downtown und der Agglomeration). Es ist einfach riesig und liegt auf 2300m ü.M. Der Smok ist unglaublich, daher sind sie gezwungen, dass jeden Tag 1.0 Mio. Autos nicht fahren dürfen. Dies lösen sie via Farbe der Autonummer: z.B. an Montagen dürfen alle Autos, mit einer blauen Autonummer nicht fahren. Ob das System gut ist? NEIN, denn so kaufen sich die Familien (welche es sich leisten können) ein zweites Auto, mit einer anderen Farbe.

Angekommen und völlig erledigt, musste ich mich in die Schlange bei der Migration einreihen. Satte 1.5h musste ich warten bis ich durchdurfte. Dann endlich durch, musste ich mein Gepäck holen und wieder in eine Schlange von einer halben Stunde stehen, da sie auch hier das Gepäck vor Verlassen des Flughafens komplett durchchecken.

Hier wurde ich von meiner Gastfamilie herzlich empfangen und wir gingen Tacos essen und nach Polanco, wo wir unsere Wohnung haben.

Hundemüde bin ich ins Bett gefallen.

17.05.

Am Morgenfrüh haben wir uns auf die Socken gemacht und gingen Frühstücken. Ich spüre die Höhe der Stadt und teilweise habe ich wie Schweißausbrüche. Da ich es kenne, beunruhigt es mich nicht weiter.

Im Anschluss fuhren wir an Theotiuacan bzw. der Sonnen- und Mondpyramide der Azteken vorbei, in Richtung Poza Rica, Veracruz wo ich lebte.

Nach einer kurzweiligen Fahrt von drei Stunden, sind wir eingetroffen und auf Meereshöhe lief ich als erstes in eine Hitzewand von 38°C! Pahhhh ist das Heiß hier. Unglaublich. Vieles hat sich verändert und man merkt: Hey, ich bin in einem Entwicklungsland. Wo ich lebte, stehen nun x Läden, Restaurants und eine neue Universität für 3000 Studenten. Als ich hier lebte, gab es 3 Taxis. Nun sind es 351! Und ich denke so vor mich hin: Olle, Du wirst alt. Am Nachmittag wurde ich gleich in die Geschäfte meiner Gastfamilie eingespannt, was mir grossen Spass machte und endlich lernte ich meine 1.5 jährige Nichte Isabell persönlich kennen, welche ein absoluter Goldschatz ist. Jetzt fehlen mir meine Kinder,

So verbrachte ich den Tag und fiel abends hundemüde um 22.00 Uhr ins Bett.

18.05.

Heute musste ich um 06:00 Uhr raus, da ich Laufen gehen wollte, bevor die Sonne aufgeht. Das funktionierte relativ gut, bis die Sonne aufging und ich voll in eine Wand lief, Anschließend ging ich auf den Markt von Gutierrez Zamora, wo ich diverse Sachen für ein bevorstehendes Fest besorgen musste. Ich dachte nur so für mich: Wer hier das Fleisch hängen sieht, wird eventuell sogar noch zum Vegetarier!“ Danach stieg ich ins Auto und fuhr, nach Martinez de la Torre, welches ca. 100 KM entfernt ist, um eine Besorgung zu machen. Zurückgekehrt von dieser, wurde ich gleich wieder eingespannt, bis abends nach 21:00 Uhr. Wiederum falle ich hundemüde ins Bett und die Hitze macht das Schlafen nicht unbedingt viel einfacher. Jedoch die Offenheit und Herzlichkeit der Menschen hier ist unglaublich toll, das kennen wir so von zu Hause aus nicht. Da wir ja eher ein zurückhaltendes, ruhigeres Volk sind.

Ich geniesse den Kontrast und denke an die Heimat.

 

19.05.

Heute besuchte mich mein „Götti“ Dio Dito. Leider geht es dem Herrn nicht mehr so gut, da sie ihn mehrfach operieren mussten und die Spitäler hier…. Naja, das würde bei uns nicht mal als Spital bezeichnet werden. Er hat mich auf seine Ranch eingeladen, welche ca. so gross ist wie das Kleinbasel, 🙂 Ich freue mich riesig, da ich als Junge hier viel Zeit verbrachte. Er pflanzt Orangen, Grapefruits, Limones  (die kleinen grünen Zitronen) und Litschis an. Diese werden in einer verarbeitenden Fabrik gewaschen und in die Trucks verladen (30-40 Tonnen), welche  an eine zentrale Stelle in Mexiko City gefahren wrden, dort wird es entladen, gewogen und zu einem täglich definiertem Satz, verkauft.

 

Da sich einige von Euch Sorgen machen, wie es um die Sicherheit hier steht, hier eine kleine Erklärung: Es gibt in Mexiko vier grosse Kartelle, welche das Land sozusagen in der Hand haben. Die vielen Menschen die verschwinden und ermordet werden, sind alles Mitglieder der Kartelle, welche sich untereinander bis auf’s Blut bekriegen. Es geht um Macht und vor allem um den „Narcotrafico“. Das sind die Verkehrswege der Drogen, welche insbesondere in die USA als Grossabnehmer chauffiert werden. Mexiko spielt dabei eine Schlüsselrolle, als Durchdienerland zwischen Südamerika und den USA. Leider gibt es täglich Kriege und Tode, teilweise sogar ganz in der Nähe. Jedoch bleiben die Konflikte unter den Kartellen und die Menschen werden nicht gross involviert. Anders ist es bei reichen Menschen: diese werden teilweise entführt und gegen Lösegeld laufen gelassen. Dies erfolgt, da es in der Regel Unternehmer sind, welche nicht mit den Kartellen kooperieren wollen oder sie am Gewinn beteiligen lassen.

Die Korruption hat hier ein Mass erreicht, wo man wirklich nur noch den Kopf schüttelt. Die Politik, die Armee und die Polizei mischen fleissig mit und sind fast die Schlimmsten von allen.

 

20.05. Heute kam ein weiterer Teil der Familie bzw. aus dem Norden Mexikos angereist. Somit fuhr ich morgens um 05:00Uhr in die 50 KM entfernte Stadt Poza Rica. Den Tag verbrachten wir zu Hause, redeten über die vielen Erlebnisse der letzten Jahre und mein Spanisch wird auch wieder nahe zu perfekt, was mich sehr freut, da ich es zu Hause nicht viel sprechen kann.

So sitze ich am Tisch und vermisse meine Kinder sowie Tabea, sniff. Auf der anderen Seite geniesse ich jede Minute hier mit der Familie. Vom kulturellen Aspekt her sind es schon zwei verschiedene Welten. Die Mexikaner sind viel lebensfroher und aufgeschlossener als dass wir es von der Schweiz her kennen. Das fällt mir immer wieder auf. Sie haben auf der anderen Seite jedoch auch Eigenschaften welche sehr nerven können: z.B. die Zuverlässigkeit oder Pünktlichkeit.

21.05. Heute war der grosse Tag und wir feierten ausgelassen einen runden Geburtstag eines Familienmitglieds. So verbrachten wir von 13:00 Uhr bis spät in die Nachthinein an einem Fest bei einer „Puerceria“ Das heisst soviel wie: „wir schlachten ein Schwein und machen daraus sämtliche verschiedenen Essen daraus! “ Nichts für Vegetarier und zarte Nerven, 🙂

Dabei ist das Essen relativ scharf und es wird viel Tequila und Bier getrunken. 🙂 Lecker, wirklich der Hammer. Wir hatten viele gute Gespräche und es ist äusserst interessant die Unterschiede zu der unseren Kultur  zu beobachten. Die Mexikaner sind wirklich ein lebensfrohes Volk, welches es weiss Feste zu feiern und mit viel Herzblut bei einer Sache zu dabei zu sein. Leider ist hier der „Narcotrafico“ und die Korruption ein grosses Thema, auch zu Hause bei meiner Famile. Der Narcotrafico heisst übersetzt so viel wie: Der Drogenverkehr. Mexiko ist dabei der Schlüssel zwischen Südamerika und den USA als Absatzmarkt und dient als Durchdienerland. Es gibt hier vier grosse Kartelle welche sich dabei bis auf’s Blut untereinander bekriegen. Jedoch wird es in der Regel weit ab von der Bevölkerung untereinander ausgetragen. Daher: macht Euch bitte keine Sorgen um mich.

 

4 Kommentare zu „Mexiko, 16.05. – 21.05.

  1. Hallo Oli
    Uii so schnell bist du schon wieder weg, konnten gar nicht mehr tschüss sagen und alles Gute wünschen.
    Wir wünschen dir ein tolle Zeit in Mexiko ( ohne Camper?!?!)
    Herzliche Grüsse
    Jeannette und Nico

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    1. Hallo Zusammen

      Ja, sorry, :)))) Ich hoffe Ihr seit wohl auf? Ich bin ohne Camper in Mexiko, dort wo ich lebte. Aber ich habe ein Auto, :))))

      Gute Zeit und bis bald, Oli

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