Garden Route, Gansbaai, Sanbona, Plettenbergbaai, Port Elisabeth

In der Nacht wurde Deven leider krank, Magendarm! Tabea ist immer wieder aufgestanden, da ich es ehrlich gesagt nicht mal hörte. (Männer!) Die beiden waren am nächsten Morgen entsprechend übermüdet. Wie sagt man so schön: Die Laune machte keine Sprünge! 🙂 Also fuhr ich (Olle) wieder mal im Linksverkehr los. Wie gesagt, der Linksverkehr führt immer wieder zu spannenden Situationen, grins

Wir sind frühzeitig in Kapstadt losgefahren, um am Mittag in Gansbaai anzukommen, wo wir unsere erste Lodge für zwei Tage besuchen. Man staunt wirklich wie gut die Straßenverhältnisse sind, leider aber wieder nur einspurig, was laut Mami zu halsbrecherischen Überholmanövern von Papi führt. Natürlich kann das Papi nur verneinen, da wir im Zeitplan angekommen sind. Die Kinder machen auch das erneute Fahren sehr gut mit bzw. eigentlich haben alle geschlafen. Die I-Pads helfen uns sicherlich auch noch mit.

Es ist ein wunderschöner Tag und eine kurzweilige Fahrt von ca. 2h in unserem 1.5 Liter Auto, welches so dünnes Blech an sich hat, dass es höchstens als Windschutz dient 😉

Endlich am Ziel sind wir sehr beeindruckt, wie die Location mit Liebe für das Detail gebaut ist. Wir haben uns erklären lassen, dass die Lodge einem deutschen Ehepaar gehört, welche u.a. auch noch Pflanzen und Gemüse züchten. Auch der Service und die Herzlichkeit der Menschen hier ist top.

Ein Bob Marley in Jung hat uns genauso begrüsst: „Hey Man, how are you?!“ und dabei so gelacht, als ob er gerade zwei Joints geraucht hat, hihihihihihihi und der Hammer: Er sieht noch genauso aus wie Bob Marley in jung. He’s alive! 😉 Was ein bisschen nervig ist, dass man hin und her gefegt wird und kaum Zeit hat anzukommen: schon sitzen wir in der Lobby und kriegen erklärt was wir alles für Aktivitäten unternehmen können und sollen gleich angeben wann wir was machen wollen.

 

Als wir das Angebot sehen, sind wir auf den ersten Blick ein bisschen enttäuscht: keine Pirschfahrten, Safaris usw. sondern z.B.: „Machen Sie eine Tour mit unserem Jeep um die hiesige Flora WÄHREND 4 Stunden kennen lernen!“ Gähn, das ist nix für uns. Aber Ponyreiten hört sich schon besser an und dann wird es langsam spannend: Tauchen mit weissen Haien, Walewatching (Bootsfahren zu Walen und Seelöwenkolonien usw. Nach einer 2-minütigen Diskussion sind wir uns einig: Papi geht mit weissen Haien tauchen und der Rest der Familie auf zur Walbeobachtung (hier gibt es Buckel- und Zwergwale, welche den Buchten entlang kalbern, bevor sie dann wieder losziehen). Anschliessend wollen wir alle gemeinsam reiten gehen.

Somit entscheiden wir uns, diesen Nachmittag gemütlich zu nehmen und das SPA besuchen. Die Kinder sind nach ein paar Minuten im Kids Club verschwunden und wir mussten sie schon besuchen gehen, um sie mal zu sehen. Zwei Schauspielstudenten machen das sehr gut, um ihre Brieftasche ein bisschen aufzubessern.

So war es schon bald Abend. Mami und Papi konnten zum ersten Mal alleine, ganz gemütlich Nachtessen und reden. Wow, das war der Hammer und eine enorm neue Lebenssituation, hihihihihi So langsam werde ich (Olle) nervös…. Ist es wirklich eine gute Idee mit weissen Haien zu tauchen? Hmmmm. Also gingen wir früh zu Bett, da ich bereits um kurz nach 5.00Uhr raus musste. Bähhhh.

Meine Laune steigt mit Kaffee und dem jungen Bob Marley, welcher mich an den hiesigen Hafen zur Marina Base fährt. Wir kommen so ins Gespräch und mir stockt der Atmen, als er mir doch so einiges erzählte. Warum? Hier leben die Weißen, die Farbigen (Mischlinge) und die Schwarzen in getrennten Quartieren. Heeeeeee, wie Bitte? Ja genau ihr hört richtig! Er sagt dann nur: „Denkst Du ehrlich dass hier alles gut ist und Rassismus kein Thema ist?! Welcome to Africa. Da sagte ich ihm, dass ich davon ausgehe. Seine Antwort: Bullshit, das verklickert man den Leuten, aber die Rassen bleiben unter sich, sie verlassen nicht mal ihre Viertel um auszugehen, sozusagen in die mixed Zone. Es gibt hier tatsächlich noch Lokale, wo anders farbige Menschen nicht reindürfen. Ich bin erschüttert und verstehe das überhaupt nicht. So erklärt er mir, dass der Staat bewusst Schulen und Sporteinrichtungen an den Schnittpunkten der Viertel gezielt hin baut, damit sich die verschiedenen Rassen untereinander austauschen. Aber es ist noch ein weiter Weg zur Vision Nelson Mandelas.

Cage Diving with the white Sharks
In der Marina Bay angekommen, werde ich mit anderen Gruppenmitglieder eingebrieft und registriert. Uns wird Kelly, eine Meeresbiologin aus Australien begleiten und uns über die Meeresbiologie so einiges erklären und Fragen beantworten. Ich bin beeindruckt. Sie erzählt uns in einem Vortrag so einiges über die weissen Haie und zeigt beeindruckende Statistiken. Leider haften an den Tieren zu Unrecht ein schlechter Ruf als Killer. Es ersticken jeden Tag mehr Menschen auf der Welt an einem Kaugummi (ca. 740), als weisse Haie Menschen in einem Jahr gefressen haben. Letztes Jahr waren es in Südafrika 2 Fälle und jeweils ging es um Surfer, welche um die Gefahr in der Bucht wussten. Wir erfahren, dass es die Tiere regulär auf 4.50-4.70m bringen und die ganz grossen Exemplare bis ca. 7m, bei einem Gewicht von 450 bis zu ca. 720 kg. Es gibt nicht nur eine Art. Sie können sogar die Farbe innerhalb kurzer Zeit wechseln, von normaler Haifarbe wie wir sie alle kennen, zu oben schwarzmeliert. Auch war es ein Trugschluss meinerseits, dass ich immer dachte die Tiere sind Einzelgänger. Blödsinn. Kelly hat mir erklärt, dass hier eine Haischule von ca. 60 weissen Haien lebt und im Verbund jagen (meine Knie werden weich und ich werde jetzt nervös). Alle Aktivitäten der Tiere werden hier registriert und geloggt. Super Sache, das Projekt. Ich bin beeindruckt. So beeindruckt, dass ich mir im hiesigen Shop noch eine Unterwasserkamera mit Stange kaufe 😉

Also fahren wir mit dem Boot raus und nach bereits einer kurzen Fahrt im seeeeehr kalten Wind hält das Boot an und wir steigen in unsere Trockentauchanzüge und die Köder werden ausgelegt. Hier kommen drei Köder zum Tragen: 1. Fischköpfe an einer Boje und an einem Seil befestigt, 2. Eine Fischrestenflüssigkeit, welche ins Meer gepumpt wird und 3. Irgendwelche Duftstoffe, welche ins Wasser geschüttet werden. Dazu kommen noch die Metall auf Metallschläge und ein paar Robbenattrappen. Und sie lassen sich nicht bitten. Riesen Dinger springen aus dem Wasser, direkt auf die Fischköpfe zu. Wir sind von den Socken. Die Tiere werden von der Besatzung noch zugeordnet und einige kennen sie schon sehr gut und haben ihnen daher Namen gegeben! z.B. Big Mama heisst Skye eine nette Gespielin von wirklich nahezu 7m. Also heisst es ab in den Käfig bei ca. 12°C Wassertemperatur und runter. Dear All, ich bin wirklich von den Socken und es ist ein riesen Erlebnis, dass ich mein ganzes Leben nicht vergessen werde. Ich erzähle dann gerne die ganze Story und zeige Euch die Filme, welche ich unter Wasser gemacht habe. Ein paar Bilder findet Ihr natürlich hier im Blogg.

Dann fahren wir noch zur Seelöwenkolonie, wo die Hauptnahrungsquelle der Haie ist. Wow, tausende von Tieren, der Wahnsinn und die stinken, igittigittigitt Gegen den Mittag komme ich wieder in der Loge an und kreuze meine Familie, welche sich auf den Weg macht zum Walewatching vom Boot aus (auch hier, weiter unten noch ein paar Bilder). Ach übrigens: hier hat man auch wieder tolle Pinguine zu sehen bekommen. Die African Pingus. Eine Rasse, welche nur hier an der Küste entlang lebt.

 

Am späteren Nachmittag treffen wir uns und nun geht es Mami und Rhea nicht mehr so gut (Rhea musste vor der Rezeption gleich dreimal brechen), die Ladys wurden mit der Magendarm Grippe von Deven angesteckt, welchem es schon wieder erstaunlich gut geht. Deven verschwindet im Kidsclub und Papi isst alleine.

Am nächsten Morgen stehen wir wiederum einigermaßen früh auf, um uns nach dem Frühstück gleich auf den Weg nach Barrydale bzw. Sanbona zu machen, wo wir für drei Tage in einem Reservoir bzw. mitten drin in einer Lodge zu Hause sind. Der Weg war wiederum kurzweilig, aber das sollte sich noch ändern….. Als wir im Niregndwo abbiegen, müssen wir zuerst 7 KM auf Schotter fahren, bis wir am Welcome Desk ankommen, wo man uns sagt, dass wir weitere 30 Minuten zum nächsten Gate fahren müssen, WO wir wiederum mit einem Jeepbus abgeholt werden um wiederum 40 Minuten fahren, bis wir am Ziel angekommen sind. Und uns wurde aussdrücklich untersagt, auf dem Weg anzuhalten und auszusteigen, heeee, wie Bitte? Der nette Mann erklärte uns, dass wir bereits auf dem Weg Tiere antreffen können. Also sind wir mit 40 km/h zum Gate getuckert und die Tiere lassen nicht auf sich warten: Als erstes sehen wir ein Kunu und dann, ja dann ein FLUSSPFERD am spazieren. Es war so niedlich wie diejenige aus Madagaskar, am liebsten hätten wir sie geknuddelt, was natürlich eine schlechte Idee wäre, 😉 In der Lodge angekommen, sind wir uns das erste mal bewusst: Hier gibt es nichts, wirklich nichts, ausser dieser Lodge. Aber wir sind sehr angenehm überrascht: Internet, top Infrastruktur, ein Kidsclub (grins), Jeeps, Ranger, super Service, Essen, Strom und sogar Pool, alles vorhanden.

Sogleich wurde uns unser Ranger Roman vorgestellt. Nach einem kurzen Essen gings dann auch gleich im Safarijeep los. Und Leute, das glaubt ihr uns nicht: Wir haben während einer Stunde Safari bzw. Pirschfahrt, mehr Tiere gesehen, als zu Fuss im Basler oder Zürcher Zoo. Weiter unten zeigen wir ein paar Highlights. Das ihr es Euch vorstellen könnt, haben wir noch ein paar Bilder der Landschaft für Euch gemacht. Die Grösse und Weite, unglaublich: Das Reservoir hat die Fläche von Singapore, einfach so zum Vergleichen. Riesig, einfach nur riesig.

Da ich Papi, aufgehört habe zu rauchen und nun an meiner E-Zigarette nippe, führt dazu, dass unser Ranger mir wegen dem Rauch?! Das Nippeln untersagt. Er erklärte mir dann warum: Wenn der Wind dreht und die Tiere den Rauch riechen, hauen sie ab, da sie meinen es brennt. Also stecke ich meine E-Zigi relativ rasch weg. Auch dürfen wir nicht aussteigen. Kurz vor Sonnenuntergang machen wir eine Pause, unser Ranger deckt ein Tischchen und hat uns einen Apéro in der Savanne gemacht. Der Hammer! Wir sind völlig von der Rolle, was wir hier erleben und sehen dürfen. Danach fuhren wir zurück und Roman unser Ranger, ist wirklich ein lebendes Tierlexikon, was der alles weiss und erklären kann, der Wahnsinn. Gewicht, Grösse, Geschwindigkeit, Rudelverhalten, Zuordnung der Tiere, wie gross die Gruppen sind etc. Auch kriegen wir ein Booklet bzw. eine Species Check List, wo wir alle Tiere anschauen, identifizieren und abhacken können, welche wie sehen. Beeindruckend. Wir kommen auch noch ins Gespräch bezüglich Jagd und das es insbesondere in Zimbabwe ein grosses Business ist. Hier gibt es tatsächlich ausländische Jäger, welche sehr viel Geld bezahlen um eine Trophäe zu jagen (traurig aber war). Auf der anderen Seite erklärt er uns, dass es aber auch seine Berechtigung hat, da die alten Tiere ansonsten einem natürlichen Tod sterben würden, vielmals mit Leid verbunden (Tierarzt gibt es hier keinen um die Ecke). Somit suchen die Ranger die spezifischen alten Tiere raus und geben sie zur Jagd frei, so können sie sich Geld dazu verdienen, welches dann wiederum ins Reservoir zurückfließt. So müssen die Tiere nicht leiden und sie bzw. ihre Nachkommen haben auch was davon. Er hat jedoch klargestellt, dass es strikt verboten ist, andere bzw. junge und gesunde Tiere zu schießen. Hier wird dann sehr hart durchgegriffen. Ob es so ist oder nicht, ob das eine gute Sache ist oder nicht? Wir möchten nicht darüber urteilen.

Themawechsel, nochmals zurück zu den Tieren: Natürlich haben wir nach ca. 5 Minuten das erste mal nach Löwen gefragt. Hier lebt eine Gruppe, welche sich gespalten hat, da die Jungtiere nun auf eigenen Füssen steht und Mami sie rausgeworfen hat. Es sind zwischen 5-7 Stück, jedoch hat sie niemand in den letzten Tagen gesehen. Wir hoffen trotzdem auf Glück und…… auf dem Rückweg sehen wir die ersten Spuren von Löwen. Wer weiß, vielleicht klappt es ja.

Fazit: Unsere Lernkurve bezüglich Naturkunde steigt exponentiell. Wir haben auch noch weitere Tiere gesehen, wie z.B. Eland, Red Hartebeest, Schakale oder Adler

Next Day: Um 6.30 Uhr wurden wir geweckt, da es bereits nach dem Frühstück auf zur nächsten Pirschfahrt geht. Wir sind ca. 40 Minuten quer durch das Reservoir gefahren, vorbei an Elefanten, Zebras, Giraffen und Springböcken. Die Springböcke können bis zu 80 km/h schnell laufen und währenddessen bis zu 3m hoch springen! Unglaublich. Für die Löwen sind sie zu schnell und zu klein. Daher gehören sie bevorzugt auf die Speisekarte der Cheetahs. Was das ist? Geparde. Wir lernen auch den Unterschied zwischen Geparden und Leoparden. Und dann ist es so weit! Wir sehen zwei Geparden Geschwister. Was für ein Anblick, seht selbst.

Wir haben u.a. Cheetahs (Geparde), weisse Löwen (von weit entfernt), Pufferotter (eine der giftigsten Schlangen der Welt), Schakale und Büffel gesehen. Die Büffel werden in einem abgesperrten Bereich des Reservoirs gehalten. Einerseits weil sie sehr empfindlich auf Krankheiten reagieren und vor allem weil sie so teuer sind. Der Ranger erklärt uns, dass eines der Tiere 44 Mio. Rand Wert hat! Pahhh, das ist eine Menge Geld: der aktuelle Tageskurs liegt bei 1.- CHF entspricht 15.71.- Rand. Das ist immer noch enorm viel Kohle, ohlala. Und die haben über 20 Stück davon. 🙂

Am zweiten Tag mussten wir am Morgen eine Pause einlegen, da wir alle ein bisschen auf den Felgen sind. Aber schon aus dem Zimmer sieht man Reiher, Mäusefamilien, Baboons (Paviane) vorbeiziehen. Ein bisschen mulmiger wird uns, als uns unser Ranger Roman vor dem Lodgetor Löwenspuren zeigt, 🙂 Völlig durchgefroren, kehren wir nach 18:00 Uhr und bei Nacht zurück (sobald die Sonne weg ist oder verdeckt wird, ist es sehr rasch unter 12°C warm bzw. kalt). Wir erfreuen uns sehr, an einem gemeinsamen Nachtessen am offenen Kamin und beim Dominospielen. Rhea kam noch in den Genuss von Nägel lackieren, einer Schokoladengesichtsmaske und einer Massage. Sie hat sich das gewünscht und für 35.- CHF kann man nichts sagen.

Deven und ich (Papi) gingen im Lodgegarten Knochen der verschiedenen Tierarten anschauen und versuchten sie zuzuordnen. 🙂 Das Essen ist immer etwa das gleiche, was absolut OK ist, jedoch servieren sie dermassen viel (obwohl wir nach kleinen Portionen verlangen), dass einem der Appetit vergehen kann und wir ein schlechtes Gewissen haben, da wir teilweise die Hälfte oder 2/3 der Teller wieder zurückgeben. Hallo, wir sind in Afrika und nicht alle haben genug zu Essen! Das frustriert uns dann schon auch mal.

Mami und Rhea gehen am letzten Tag nochmals alleine auf Pirschfahrt um 7:30 Uhr, da sie die weissen Löwen näher sehen wollen (Mami will einfach nicht aufgeben bzw. wahrscheinlich die Dinger noch hinter den Ohren kraulen, :). Wir Männer nutzen die Zeit um die Koffer zu packen, damit wir zeitig abfahren können.

Als die Ladys zurückkehren, fahren wir los. Zuerst wieder 40 Minuten bis zum Gate, weitere 20 Minuten bis zum Ende des Parks, über Pässe und Schluchten. Wir machen in Heidelberg (Ihr hört recht, 🙂 eine kurze Pause. Es geht weiter in Richtung George. Was hier spannend ist, man fährt auf einer super Strasse und im anderen Moment ist man auf einer Schotterstrasse, auf welcher man mit 60 km/h fahren kann, die nächsten 30 km unterwegs. Aber die Aussicht, das Wetter, die schöne hügelige Landschaft und die Tierartenvielfalt entlohnen einem bei weitem.

Nach einer 5-stündigen Autofahrt, kommen wir endlich in Plettenberg Bay an. Ein Städtchen an der Küste entlang der Garden Route.

Auch hier geht eine Biese und man merkt, dass die Menschen hier Geld haben. Wir haben kurz nachgeschaut warum das so ist: Sehr viele Häuser bzw. Villen stehen leer, da die Eigentümer, meist reiche Menschen aus Cap Town, die Wochenenden oder Ferien hier verbringen. Und nun fallen uns doch so zwei, drei Sachen auf. Zum einen wird (je weiter man nach rechts auf der Karte fährt) Africaans gesprochen und man merkt einfach doch sehr die Zweiklassengesellschaft und wenn wunderts: Wir Weissen sind am Drücker, obwohl es viel mehr Schwarze gibt. Wenn man sich achtet, verrichten diese auch eher härtere Jobs oder Hilfsjobs in der Gastronomie, während die Weissen die Taktangeber sind. Eigentlich schade, dass wir über dieses begrenzte Level noch nicht drüber hinaus sind.

Wir haben unsere Lodge direkt in der Bucht bzw. in der Robbenberg Bay, welche unter Naturschutz steht, die Aussicht ist der Hammer. Nachdem wir uns ein paar Geheimtipps bezüglich gutem Essen geholt haben, sind wir gleich zum einen Italiener (The Table) gefahren und haben uns dort wieder mal mit unserem Lieblingsessen die Bäuche vollgestopft. Cool war noch das offene Spielzimmer für Kinder mit einer „Nanny“, welche auf die Kinder aufgepasst hat. Super Konzept! So können die Erwachsenen in Ruhe fertigessen und die Kinder haben Spass. Da wir alle doch sehr müde waren vom langen Tag, gingen wir wiederum früh schlafen.

Früh aufgestanden, haben wir nach dem Frühstück in der Bucht einen Zwergwal (ca. 50-100m) vor uns entdeckt, welcher von einer Gruppe Delfine (ca. 10 Stück) begleitet wurde. Ein sehr spezielles und schönes Bild, was uns sehr beeindruckt. Ausser das doofe Walewatchingboot, welches zu nahe ging und dem Wal den Fluchtweg versperrt: Das ist so ein Moment, wo wir uns wieder mal fragen, was teilweise unsere Mitmenschen studieren. Naja…..

Wir haben uns entschieden in eine nahegelegene Region CAPS zu fahren, wo es diverse Parks gibt. Uns wurde empfohlen das Monkeyland zu besuchen. Nach einer kurzen Fahrt sind wir dort eingetroffen. Papi hat heute seinen doofen Tag eingezogen und ist entweder grummelig oder sehr ruhig (ja ich weiss, aber ich war einfach müde und hatte am Morgen nicht gleich meinen Kaffee, die Toilette ist kaputt, das Bett zu klein usw.). Die Laune steigt jedoch, als wir die vielen verschiedenen Affenarten in freier Natur zu sehen kriegen: Lemuren, Kapuzieneraffen, Totenkopfäffchen usw. Wir lassen uns erklären, dass hier 11 Arten leben und es in diesem Abschnitt ca. 540 Affen gibt. Daher müssen wir im Vorfeld alle Sachen weg packen, da diese ansonsten stibitzt werden. Wir lernen auch viel über die Tiere. Das es z.B. eine Art gibt, wo die Weibchen dominieren und die Männchen erst an die Futterstelle dürfen, wenn sie die Weibchen freigeben, 🙂 Dann lernen wir, dass Kapuzineraffen auch gerne Vögel jagen. Mami als Hardcorevegi wird sogleich mit der Realität konfrontiert und muss mitanschauen wie zwei nette Äffchen einen Vogel zerrupfen, den sie gefangen haben und genüsslich verspeisen, gröll.

Nachdem wir aus dem Park raus sind, merken wir bei uns selbst, aber auch bei den Kindern, dass sich ein bisschen der „Tierkoller“ eingeschlichen hat. Da wir nun so viele davon gesehen haben, entschlossen wir uns die anderen Parks auszulassen und fuhren zurück nach Plettenberg Bay ins Städtchen. Am Nachmittag gingen wir noch an den Strand und Abends in ein sehr gutes Restaurant, direkt in der Bucht am Strand, das „Lookout Deck“. Nach einem genüsslichen Essen machen wir uns auf den Nachhauseweg, da wir morgen bereits weiter nach Port Elizabeth fahren, von wo aus unsere Reise via Johannesburg nach Mahé weiter geht.

Am 17.7. sind wir früh aufgestanden und nach einem kurzen Frühstück in Richtung Port Elizabeth losgefahren. Die Tankstellen sind rar gesäht und der heutige Co-Pilot Papi kommt leicht ins Schwitzen, als die Tanknadel auf dem untersten Strich der Anzeige steht. Die Rettung naht und alles ist wieder im grünen Bereich. 🙂 Die Fahrt entlag der Küste ist sehr schön und kurzweilig. Es fällt auf, dass die Südafrikaner über viele Rohstoffe verfügen, da es immer wieder Fabriken, Mienen usw. entlang der Strecke zu entdecken gibt.

Das Navi will uns über eine Abzweigung zu einem Pass führen. Als wir an der Mautstelle ankommen, teilt uns die Dame mit, dass der Pass gesperrt ist und wir auf eigene Verantwortung dort hochfahren. Als wir sie nach Alternativen fragen, teilt sie uns in allem Ernst mit, dass wir hier auf der AUTOBAHN kehren müssen. Papi kommt zum zweiten mal ins Schwitzen. Tabea bleibt cool und wendet in der Einbahnstrasse, zurück zur Vergabelung und wieder zurück auf die ursprünglichen Strecke, uffff, alles gut gegangen. 🙂

So sind wir am frühen Nachmittag in unserem Hotel angekommen. Manchmal frage ich (Papi) mich, was es mit der Kundenfreundlichkeit hier auf sich hat. Wir sind etwas unfreundlich und völlig demotiviert an der Rezeption empfangen worden. Ich nerve mich so langsam aber, da sich dieser Sachverhalt als Normalität einpendelt. Die gute Dame war sogar zu faul zum reden.

Nach einem kurzen Essen sind wir zum Boardway Walk gefahren, wo es einige Geschäfte sowie Kinderkarussells und ein tolles Game Center für Jung und Alt gibt. Es hat Spiele wie an der Herbstmesse, die müssen natürlich bespielt werden. Danach fahren wir zum Flughafen um unser Mietfahrzeug abzugeben.

Am nächsten Morgen machen wir uns um 6.30 Uhr auf den Weg an den Flughafen Port Elisabeth, von wo aus wir nach Johannesburg fliegen. Dann kommen wir an den Check-In Schalter, wo uns eine grimmige Dame empfangen hat. Sie erklärt uns, dass wir unser Gepäck umpacken müssen. Aus 2 Koffern müssen 2, resp. 3 kg raus. Da wir 4 Gepäckstücke aufgeben dürfen, aber nur drei haben, verstehen wir nicht ganz wo das Problem ist. Sie meint, dass das Gepäckband nicht mehr Gewicht trägt. Najaaaaa…. Glücklicherweise haben wir noch einen Rucksack dabei, diesen füllen wir dann mit ein paar schweren Sachen aus den Koffern und geben 4 Gepäckstücke auf. Leute, wo hier noch der Sinn der Sache ist, wissen wir auch nicht so genau, da im gleichen Moment ein Paket über das Rollband lauft, dass ca. 100 kg wiegt. Ich, Olle, bin dermassen genervt, dass Tabea übernehmen muss, ansonsten hätte ich die nette Dame zerpflügt. Und nun ist es das erste mal soweit, dass unser Flug Verspätung (der erste wohl verstanden) hat. Eine Stunde später sind wir gestartet und 1.5h später in Jo’Burg – wie es die Einheimischen nennen – gelandet. Deven hat wieder einmal einen auf Dramaqueen gemacht und wollte nicht laufen…. Jedoch kriegt sich der junge Herr bald wieder ein und wir nehmen unseren gewohnten Flow auf, 🙂 Dazu kommt, dass wir unser ganzes Gepäck holen und erneut einchecken müssen. Diese Dame ist schon viel freundlicher. So, mittlerweile müssen wir ehrlich sein und Euch mitteilen, dass wir uns sehr auf die Wärme freuen.

Der Service war teilweise naja und die Kundenfreundlichkeit kann man suchen. Egal wo: beim Einkaufen, im Hotel, am Strand etc. Irgendwie wurden wir nicht warm, dies lag ev. auch noch an der niedrigen Temperatur…

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