Franz Josef – Haast Pass – Wanaka

9.-11.4.16 Franz Josef

Nachdem wir aufgestanden sind, haben wir rasch unsere Sachen gepackt und sind zum nächsten Einkaufszentrum gefahren. Nach einem Frühstück, kauften wir noch das nötigste ein und fuhren los. Kaum aus Christchurch raus, macht sich uns ein Landschaftsbild auf, dass uns nur noch Ahhhhhs unf Ohhhhs sagen lässt. So fahren wir in Richtung Arthur Pass los und plötzlich…… sind wir in einer anderen Welt angekommen. So was haben wir noch nie in unserem Leben gesehen und wir sind einfach nur noch am staunen.

Diese Landschaftsbilder, das kann man weder in Worte noch Bilder fassen. Wir sind vollkommen überwältigt, so fest, dass wir Mitten im Nirgendwo anhalten, aussteigen und einfach wortlos in die Landschaft schweigen. Ein wirklich emotionaler Moment. So viel Schönheit auf unserem Planten, einfach nur der Wahnsinn.

Evtl. kann man es folgendermassen umschreiben: wenn es so etwas wie ein Gott gibt, dann ist das sein Garten, welcher er hegt und pflegt. Und auf weiter Flur keine Menschenseele, einfach nur der Wahnsinn. Berge, Passfahren, Wüste, Steinlandschaft, gefolgt von Meer und Palmen sowie grosse Wellen und eine immer wechselnde Fauna und Flora bis zum Regenwald.

Für diejenigen welche es interessiert: Wir fuhren nach dem Pass via Kumara Junction, Hokitika, Har Hari, Whataroa.

Liebe Alle, wenn Ihr mal kurz inne haltet, versucht Euch das Gefühl hervorzurufen, dass Ihr bei Euren grössten Erfolgen oder glücklichsten Momenten erlebten. Das haben wir während Stunden hier erlebt. Wenn Ihr die Chance habt, lasst in Eurem Leben einmal, nur einmal alles stehen und liegen, fahrt nach Neuseeland und zieht Euch das rein. Wir versprechen Euch, für jeden von Euch, wirklich jeden von Euch, hält das Land was bereit.

Das Prozedere mit Anhalten, Staunen und Schauen, haben wir ein paar mal wiederholt, bis wir plötzlich merkten, uuuuppps…… Es wird dunkel und wir müssen noch bis nach Franz Josef gelangen…..

Im Dunkeln auf diesen Strassen, mit einem Wohnmobil und plötzlich nur noch einspurigen Strassen oder Brücken. Olle fängt beim fahren an Blut zu schwitzen. Dann fängt es noch an zu regen und ich fluche beim fahren nur noch innerlich (ich habs aber auch gehört) vor mich hin. Die Schweissausbrüche werden nicht weniger, wo mir noch der Most am ausgehen ist und die Reservelampe bedenkliche Farben annimmt. (Tabea: Voll easy das reicht noch mind. 60 km) Vor allem: Es zeigte uns beim Navi an, dass wir in 500m dort sein müssten, aber wir waren wirklich in der schwarzzen Nacht! Aber diese Bilder haben es allemal wettgemacht. Doch plötzlich: Ein Licht mit Einweisung. Endlich angekommen, checkten wir ein, nahmen uns ein Campingplatz mit Motelzimmer, fuhren los, um die nächste Linkskurve und ahhhhhhh, Zivilisation. Ein Ort zum tanken, Gott sei Dank, 🙂 (So eine Dramaqueen) Dies erledigt, fuhren wir ins „THE LANDING“ Eine tolle Kneipe in Franz Josef, wo wir unser Essen genossen und dem lokalen Treiben mal so zuschauten. Und wir stellen fest: Rugby ist hier in Kiwiland das Mass aller Dinge, da verstehen sie keinen Spass, 🙂 Das töllste war aber der Toilletenbereich. Wir gehen davon aus, dass die Kiwis aufgrund ihres grossen Nachbars eine Art „Komplex“ haben. So haben sie dort eine Art Wall of fame gemacht. Dort findet man wirklich witzige Sachen wie:

Wusstet Ihr das Rod Stewart ein Neuseeländer ist oder das die beiden Schwestern welche mal beide Olympiagold gewonnen haben, ebenfalls Neuseeländerinnen waren? usw. Wirklich eine amüsante Sache und es zeigt von einer herzlichen Seite, dass auch die Kiwis wie die Aussies sich selber nicht immer so ernst nehmen.

Danach gingen wir ins Zimmer und früh schlafen. Am nächsten Tag früh aufgestanden und voll motiviert fuhren wir zum Frühstück und dann zu unserem ersten Highlight im Alpine Adventure Centre. Dort wurden wir eingewiesen wie wir uns während des Helikopterflugs zum und auf dem Gletscher verhalten müssen. Yes, wir flogen empor, über die Hammer Landschaft zum Franz Josef und Fox Glacier ( zu Deutsch Gletscher). Einfach nur noch der Wahnsinn und wir kommen aus dem Staunen nicht raus. Da packt man die Jungfrau gleich um ein mehrfaches rein. Es gibt noch einen dritten Gletscher, der eigentlich der grösste von allen ist, aber nach mehrfachem fragen habe ich es immer noch nicht verstanden, 🙂

Die anderen zwei Gletscherzungen sind 10 und 13 KM lang. Der Franz Josef Gletscher wie auch der Ort, wurden vom Entdecker, einem Österreicher, Julius von Haast (nachdem auch der Haast Pass benannt ist) 1865 entdeckt bzw. nach dem damaligen    österreichischen Kaiser benannt.

Nach einem Nachmittag mit Pflichten wie Wäsche machen (Danke Tabsi), sind wir gegen den Abend in das lokale Wildlife Center gefahren um endlich den KIWI in voller Lebensgrösse zu begutachten. Leute, der Kiwi ist keine Frucht, sondern ein Vogel, 🙂 Solche Schilder sieht man wirklich!

Und da ist er ein zeimonatiger Kiwi und ein älteres Modell. Die Vögel sind nachtaktiv, daher durften wir auch keine Fotos im abgedunkelten Bereich machen. Was kann man über den Kiwi wissenswertes sagen?

Ein Kiwi schlüpft aus einem Ei, dass bis zu 500g wiegen kann. Er wird bis zu 70 Jahre alt und er ist ein Leben lang monogam. Einmal ein Partner gefunden, gibt es erst nach 3-5 Jahren das erste mal Küken bzw. wird das erste mal gebrütet und das jeweils mit 1-4 Eiern.

Die Kiwis sind innerhalb der letzten 200 Jahren von ein paar Millionen Exemplaren, bis auf 70000 Stück  geschrumpft. Leider hat der Kiwi gleich vier natürliche Feinde: Opossum, Rate, Katzen & Hunde, Fuchs. Es gibt vier Arten. Hier in der Region gibt es die seltenste Art der Kiwis, nämlich den Rowi. Daher ist das Tierchen den Einheimischen sehr wichtig und sie betreiben grosse Anstrengungen um die Population zu erhöhen.

So, nun genug vom Kiwi. Nach einem super Nachtessen, gingen wir wiederum früh in die Federn. Bis bald.

11.4.16 Wanaka

Nach dem Frühstück sind wir gleich losgefahren um die knapp 300 KM auf Überlandstrassen, über Seebrücken, Flüsse, Pässe und entlang der Küste nach Wanaka in Angriff zu nehmen. Leider hat es den ganzen Tag geregnet, dennoch hält die Route was sie verspricht. Eine wunderschöne und abwechslungsreiche Landschaft. Als wir die Küste erreichten, sahen wir auf einem kurzen Zwischenstück Wellen die bis zu 10m hoch peitschten. Ein Traum für jeden Surfer. Gleich weiter vorn machten wir eine kurze Kaffeepause in einem Café von Haast Beach. Dort gibt es eine „Wall of Legends“ aus der Umgebung. Da sind viele Fischer zu sehen, mit Fischen einer grösse die wir so nicht kennen und dann: Auf einem Bild sind fünf Männer zu sehen, welche einen weissen Hai von 7m gefangen haben. Nun ist auch klar, warum sich hier nicht so viele ins Wasser trauen. Also wenn man ehrlich ist: wir sahen keinen Mensch im Wasser, grins. Die Strassenverhältnisse sind auch hier sehr anspruchsvoll (die exakte Bezeichnung dafür können wir aufgrund des Jugenschutzes hier nicht ausformulieren. Es würde sich in etwa so anhören: !!!!!:(#!!!!.), 🙂 Was auch immer wieder zu herbalen Ausuferungen der Eltern untereinander und mit anderen Verkehrsteilnehmern führt. 🙂 Es bleibt spannend.

Als wir heute so auf dem Weg waren, haben wir über Gott und die Welt gesprochen. Es ist schon erstaunlich, wie man seinen Partner wieder mal von einer ganz anderen Seite kennen lernt, wenn man aus der Alltagsmühle raus ist. So entdecken wir viele neue oder in Vergessenheit geratene Dinge oder Macken an uns…. Wir müssen darüber lachen und irgendwie macht es auch Spass und man freut sich darüber. Auch möchten wir mal erwähnen, dass unsere Kinder alles sehr toll mitmachen, das ist nicht selbstverständlich. Vor allem nicht bei der vielen Reiserei.

In Wanaka angekommen, haben wir unsere sieben Sachen ausgepackt und gingen ins Seedörfchen Nachtessen. Das war es dann auch für heute. CU

6 Kommentare zu „Franz Josef – Haast Pass – Wanaka

  1. Übrigens, das Kreuz des Südens ist ein Sternbild, das man nur auf der Südhalbkugel sieht. Es sind die Sterne in der Flagge von Australien.
    Habt ihr schon Keas gesehen, das sind die niedlichen grünlichen Vögel, die gerne Scheibenwischerblätter und Antennen bei Autos zerstören ( ?!?! )

    Like

    1. Alles klar und wieder mal was gelernt, 🙂 Wir haben uns die ganze Zeit gefragt was das für ein Sternbild ist, hihihihihi. Die Vögelchen haben wir bereits gesehen, jedoch haben sie uns in Frieden gelassen, 🙂 Warum? Haben die Euch etwa die Autoantenne ausgerissen?

      Leider sehen wir sehr viel tode Tiere auf den Strassen, insbesondere Opossums. 😦

      Übrigens: Ich hatte das erneute Glück, dass der Fäkalienkanister verstopf war. Ich hatte ganze 10 Minuten bis das Ding leer war.

      LG

      Like

  2. Hallo zämme
    Ich find es immer wieder spannend, über eure Abenteuer zu lesen und die tollen Fotos zu betrachten.
    Das Leben in einem Camper ist nicht ganz einfach, aber wenn man es mal raus hat, ist es herrlich. Ausserdem sind die anderen Camper auf den Plätzen sehr hilfsbereit und erzählen viel über das Land ( diese Erfahrungen machen wir immer wieder ).
    Herzliche Grüsse von Jeannette und Nico

    Like

Hinterlasse einen Kommentar