Sydney, 05.04. – 08.04.

05.04.

Yes, wir haben es geschafft! 3175KM und wir haben Sydney erreicht! :)))) Völlig kaputt und auch genervt sind wir in Sydney angekommen. Warum? Als erstes haben wir die Zeitumstellung am Sonntag verpennt, dann hat Deven auf den letzten Metern seinen Kindersitz, sich selbst und das halbe Wohnmobil noch „verbrochen“. Armer Tropf! Was extrem nervig war, ist der Verkehr bei den Australiern,. Als ob sie keinen Platz haben, so machen sie ihre Autospuren recht schmal (links und rechts bleiben noch ca. 10 cm). Und so 19 KM im Gedränge durch Sydney mit einem riesigen Camper, naja….. Bei der Motorhomerückgabe haben wir extrem viel Gas gegeben, da wir Angst hatten, dass es uns nicht reicht den Camper pünktlich zurückzugeben. Bis sie uns nach der Übergabe sagt: Hey es war Zeitumstellung, ihr habt noch eine ganze Stunde, grrrrrrr. Alles aufgeräumt, ausgemistet und entorgt sind wir mit ein paar Plastiksäcken mehr Gepäck da gestanden, bis uns die nette Dame fragt: „Haben Sie das Abwasser und die Fäkalien entleert?“ Uuups, natürlich nicht. Dann sagte sie uns in vollem Ernst: „Das können Sie hier nicht machen, dafür müssen Sie an einen anderen Ort fahren, sorry!“ Ich hätte ihr am liebsten alle Schande der Welt an den Kopf geworfen, bis sie in einem Nebensatz sagt, sie können es auch für Bares bei uns machen lassen. Ohne zu zögern sagte ich einfach: „tun Sie es und ich zahl es!“ Bei der Endabrechnung wurde sie dann noch sauer, weil wir die Entleerung des Abwasser in unserem Paket drin haben und sie es uns nicht in Rechnung stellen kann! Yes, ich habe nur noch gegrinst, das konnte ich mir dann doch nicht ersparen.

An dieser Stelle muss ich (Olle) mal was loswerden. Die Aussies sind wirklich nette Menschen, aber Autofahren und Verkehrsregeln aufstellen können sie nicht wirklich. Vor allem sind die Strassenführungen und deren Belege einfach eine Katastrophe, dann wissen sie nicht wie man fahren muss. Daher im Linksverkehr links einspuren und rechts überholen. Heul…..

Etwas anderes was mir aufgefallen ist, wie die Menschen unterschiedlicher Kulturen sich unterschiedlich grüssen. Ist Euch das auch schon aufgefallen? z.B. in Singapore wird rechts die Hand gegeben und mit der linken Hand fassen sie sich ans Handgelenk und nicken. Die Aussies geben einfach irgendwelche Laute von sich oder die Frauen sprechen Dich mit Sweethart an, 🙂 Auch der Ausdruck „lovely“ ist so eine Sache. Am meisten hat mich aber ein Eingeborener Obdachloser beeindruckt: Um sich zu bedanken umschliessen die Aboriginies die Hand und pressen mit der anderen dagegen. Je stärker der Druck umso dankbarer ist der Mensch. Dabei schauen sie einem 2-3 Sekunden in die Augen und lassen dann los. Unheimlich wie tief er mir in die Augen gesehen hat. Der Mensch muss schon viel erlebt haben.

Nach einer 40 minütigen Taxifahrt ins Zentrum, sind wir endlich in unserem heißbegehrten Hotel angekommen. Juhuii, wir sind wieder in der Zivilisation. Als erstes nahmen wir eine Dusche, machten eine Auslegeordnung, gingen ins Internet, steckten alle unsere elektrischen Geräte an den Strom an und hey, wisst Ihr das Beste?! ES FUNKTIONIERT, EINFACH ALLES FUNKTIONIERT.

Wir haben wirklich ein sehr schönes Hotel erwischt direkt im Zentrum mit einer wunderschönen Aussicht über die Stadt. Unsere Laune steigt. 🙂 Kurzerhand gingen wir endlich wieder mal Pizza essen und auf dem Nachhauseweg haben Rhea und Papi noch einen Coiffeur entdeckt, welchen wir gleich überfielen. 🙂 Letztendlich sind wir im Hotel angekommen und gingen gleich ins Bett.

06.04.

Heute haben wir mal ausgeschlafen, ich (Olle) ging im Morgengrauen Laufen und ins Krafttraining. Leider mit wenig Erfolg, da es mir wieder voll eine in den Rücken geknallt hat und ich den Tag nur mit vielen Medis über die Runden kam. Nach einem Frühstück um die Ecke, machten wir eine Citytour mit dem Bus, welche wir aus Hitzegründen aufsplitten mussten und den zweiten Teil erst gegen den Abend machten.

Wir haben uns noch kurz informiert, wie das mit den Fähren zu den naheliegenden Inseln funktioniert (da ja der Sydney Zoo, Taronga, auf einer Insel liegt). Ansonsten sind wir heute durch die Stadt geschlendert und haben noch das Hafenviertel erkundet.

07.04.

Am morgen früh aufgestanden und voll motiviert, gingen wir an der George Street bei Victorias frühstücken. Schräg gegenüber an der Kreuzung ist der grosse Applestore, welcher Steve Jobs als einer der ersten Stores designte und eröffnete. Dementsprechend ist der Auftritt imposant. Man muss sagen, dass Sydney eine coole Stadt ist. Es wurde uns mitgeteilt, dass hier ca. 5 Mio. Menschen leben. Die Stadt ist recht hügelig, es geht immer rauf oder runter, ausser man bewegt sich in den Querstrassen. Da es heute bewölkt ist, kann es auch schnell kühler werden. Am Hafen angekommen gings auf die Fähre. Nach einer 15 minütigen Überfahrt zur Halbinsel, wo sich der Zoo befindet, sind wir als erstes in den Zoo-Shop gegangen und haben uns mit Pullovern eingedeckt.

Zum Zoo-Eingang muss man zuerst eine Luftseilbahn bzw. Gondel (ja, Ihr hört richtig) besteigen, welche einem hoch zum Eingang bringt. Die Fahrt führt über den ganzen Zoo. Wiederum ein Zoo der superlative, da können wir in Europa definitiv nicht mithalten. Die haben sogar ein Nachthaus, in welchem alles nachtaktive Tiere zu finden sind. Per Zufall sind wir an die Vogelvorstellung gelaufen. Hey Leute, das glaubt Ihr uns nicht. Die Vögel bewegen sich frei und sind dermassen an Ihre Betreuer gewöhnt, dass diese mit den Tieren per Zeichen kommunizieren, so fliegt einem plötzlich ein Riesenvogel über den Kopf, mit einer Spannweite von 4.5 Meter und ca. 50-60 Kg. Die Vogelvorstellung läuft so weiter, bis zuletzt zwei verschiedene Vogelschwärme von Papageien über einem schweben, was unglaublich emotional ist. Dann gibt es noch ein Freilaufgehege mit Baumkängurus oder den verschiedenen am Boden lebenden Exemplaren. Unglaublich, die Dinger können riesig werden, dementsprechend wurde es Deven im Gehege ein bisschen mulmig im Bauch, 🙂 Der Vogelstrauss war ihm doch etwas zu gross… Auch der Tasmanische Teufel lässt nicht lange auf sich warten. Sieht irgendwie noch niedlich aus.

Leider sind die Kinder dann doch etwas müde und rumpelstielzlig und wir haben uns schon gefragt, ob wir sie abgeben sollen, können, dürfen, hihihihihihi Vor allem mussten wir heute als Eltern wieder vermehrt mal das NEIN-Sagen üben, was es nicht gerade einfacher gemacht hat. Nein, es gibt kein Glace um 10 Uhr morgens, Nein, du kriegst keinen Plüschaffen, der so gross ist wie du usw……

Nach dem Zoobesuch sind wir aber doch noch weiter ins Powerhouse Museum. Warum? Weil dort die Ausstellung ART OF THE BRICKS (Created by legendary LEGO® artist Nathan Sawaya) zu sehen ist. Wie cool ist das denn! Für Alle die es nicht wissen. Das ist der Künstler, welcher die LEGO-Skulpturen macht. So wie ich es in Erinnerung habe, war er erst gerade in Zürich. Hier geht es in der aktuellen Ausstellung explizit um Comics bzw. Superhelden und Schurken, mit Schwerpunkt auf Marvel: Batman, Superman, Joker, Wonder Woman usw.

Anbei ein Link für alle interessierten von Euch: https://maas.museum/event/the-art-of-the-brick-dc-comics/

Leute, hier gibt es eine LEGO-Figur vom Batmobil mit 0.5 Mio. LEGO Steinen. Das LEGO-Modell ist praktisch gleichgross wie das Original. Unglaublich was der mit den Steinchen alles hinkriegt.

Danach gabs Siesta im Hotel. Wieder fit fuhren wir ins Hafenviertel Woolloomooloo (Ausgesprochen Wullumulu, das ist kein Witz) , wo sich gegenüber der Marinestützpunkt befindet. Ursprünglich wollten sie hier alles abreissen, doch ein paar Architekten setzten sich durch. Heute ist es eine Gegend, in der sich Gutbetuchte eine Wohnung direkt am Quai mit Yachtanlegeplatz leisten können. Hier haben wir uns beim stadtbekannten Italiener (OTTOS) einen Platz ergattert und genossen (mehr oder weniger :)) ein gutes Nachtessen mit Wein und bei Kerzenschein. Das Essen war gut, aber nicht herausragend. Zurückgekehrt ins Hotel, packten wir unsere sieben Sachen zusammen, da wir am nächsten Morgen um 5:25 Uhr aufstehen mussten. YES, es geht weiter und zwar nach Kiwi- bzw. Neuseeland! Bye bye cooles Sydney und warmes Australien….. ;-(

Noch eine kleine persönliche Randbemerkung zu den Aussies. Sie sind sehr freundlich, aber die Esskultur finde ich schon eher speziell und erinnert vielenorts an die Amies, auch das Konsumverhalten. Trash gibt es reihenweise zu essen, will man gesund oder z.B, als Vegetarier hier essen, dann hat man es entweder schwierig oder es ist mega teuer. In Städten ist das weniger ein Problem, nur die ländlichen Regionen sind hier noch etwas steinzeitlich, was Esskultur betrifft: Wie gesagt: sammeln und jagen! 🙂

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