Mission Beach – Townsville – Bowen – Clairview – Rockhampton

28.03. Mission Beach – Townsville

Tja was können wir Euch zum heutigen Tag erzählen. Ein Tag der Herausforderungen, ein Tag der Erleuchtung, ein Tag des Bewusstseins und voller Demut.

Wir sind am morgen nach dem Frühstück bei herrlichem Sonnenschein los gefahren. Bis wir so ca. 100 km hinter uns gebracht haben, dann ging es los: Essen, wo? On the road, schwierig mit einer Vegetarierin und noch schwieriger mit Kindern, welche auch nicht alles mögen. Zudem war unser Kühlschrank ziemlich leer. Uff, campen ist echt Arbeit! Ihr denkt jetzt: „Hey Leute, das ist doch ganz normal!“ FALSCH, 🙂 Wenn einer vierköpfigen Familie dafür gefühlte zwei Meter in der Länge und 40 cm in der Breite bleiben, dann wird es definitiv komplizierter. 🙂

Weiter kamen noch die wunderschönen Toiletten im Outback dazu, oder eine Tankstelle mit einer russische Bedienung, welche kein Englisch kann UND dann noch ein zu tiefes Dach für unseren Camper. Zum Glück kam dann jemand und teilte uns mit, dass wir Diesel an einem gaaaaanz andern Ort tanken müssen. Soweit so gut. Den Kindern war unterdessen auch schon langweilig… :)). (Wie lang gohts no?)

So ging es dann weiter, bis wir in Townsville auf dem Campground angekommen sind. Dafür wurden wir mit einer sehr schönen Strandpromenade, Kinderspielplätzen und einer herrlichen Aussicht belohnt.

Jedoch ging dann der Ärger erneut los. Die Kinder quengelten und die Eltern zoften sich, wie das nun mit dem Fäkalienausleeren und dem Austausch von Abwasser und Frischwasser funktioniert, 🙂 Kreisch

Dann wurde es uns zu doof und wir gingen der Promenade und den wirklich tollen Spielplätzen entlang (hier können wir von den Aussies was abschneiden).

Doch dann kam der Hunger wieder. Kein Restaurant weit und breit, Feiertag (Ostermontag) und eine Familie mit einem Loch im Bauch.

So fanden wir uns in einem Fastfood-Impiss wieder, welcher nicht gerade den Hygienepreis gewinnen würde 🙂 Als wir uns ein paar Sandwiches ergattert haben, gingen wir zurück an die schöne Promenade und genossen unser Essen auf einem Picknickplatz. 🙂

Zurück im Camper, ist uns so das erste mal bewusst worden, dass eine Weltreise mit Kindern doch nicht so easy ist wie wir uns das vorgestellt haben (also ich (Tabea) hatte schon so eine Ahnung…) und wir uns einfach besser organisieren müssen, damit wir nicht in den Stressmodus kommen.
Ein bisschen kommen wir uns schon vor wie Höhlenmenschen. Die sind auch immer auf Nahrungssuche, sprich am jagen und hetzen von Höhle zu Höhle. Also haben sich die Eltern an den Tisch gesetzt und einen Massnahmenplan entwickelt. Wir haben uns z.B. dazu entschieden, morgen als erstes den Kühlschrank zu füllen und von unserer ursprünglichen Route abzuweichen. Wir splitten die folgenden Tagesetappen anders auf und fahren nun als nächstes nach Bowen.

Und nun ist noch der Tumbler kaputt und wir hängen die Wäsche auf, 🙂 Tja, es gibt solche uns solche Tage….. Morgen kann nur ein besserer folgen. Nun ist es 21:00 Uhr und Zeit zum schlafen, da wir völlig kaputt sind.

29.03.16 Bowen, Whitesundays

Voll motiviert bin ich (Olle) um 05:45 Uhr an der Strandpromenade laufen gegangen. Die Pace war super, bis die Sonne aufging und ich voll, aber wirklich voll in eine Wand lief. Das wurden ein paar der schwierigsten KM die ich bisher gelaufen bin. 🙂 Zurück beim Motorhome angekommen, waren alle hell wach und voller Tatendrang, den Tag in Angriff zu nehmen. Wie vorgenommen, gingen wir erst mal einkaufen – und wie: wir konnten gar nicht alles im Kühlschrank verstauen, daher mussten wir improvisieren und die Kleiderablage umfunktionieren.

Endlich fuhren wir los und alles lief gut. In Bowen an unserem Platz angekommen, wurden wir belohnt und es nahm uns den Atmen. Wir haben einen Platz direkt am Strand, mit Palmen, dem Rauschen der Wellen, Möwen und eine absolute Hammer Aussicht. Einfach der Traum. Wir kamen endlich in den Genuss auch mal zu grillieren und zum Abendessen gab es Fajitas de Rés und für Tabea „Pseudofajitas mit Tofu (wir müssen es nicht verstehen, :). (Hee, der Tofu hat super geschmeckt!) Es wurde aber nochmals richtig spannend: Neben uns war eine australische Familie aus Townsville am campen. Bevor wir ins Bett gingen kamen sie noch rüber, um mit uns zu quatschen, nur das Problem war Papa-Australier, der hat sich in 10 Min. 2 VOLL gefüllte Gläser hochprozentiges eingegossen und runter geleert als ob es Wasser war. Entsprechend wurde es immer wie schwieriger den guten Mann zu verstehen :). Und das australische Englisch ist schon so nicht gerade Oxford English.

Dennoch hat uns die Bekanntschaft und die Sichtweise der Leute sehr beeindruckt. Wusstet Ihr das ganz Europa inkl. GB, Skandinavien usw. in Australien platzt hat und die guten Aussies immer noch Platz zum verschleudern hätten? Unvorstellbar für uns Schweizer. Sie haben uns haufenweise sehr gute Tipps gegeben, welche wir gleich mit auf den Weg nehmen.

30.3.16 Clairview

Und so kommen wir durch die Tipps der „Nachbarn“ zu unserem nächsten Halt. Anstatt an den Arliebeach oder nach Mackay zu fahren, nahmen wir uns den Geheimtipp zu Herzen und fuhren los.

Eigentlich war unser ursprünglicher Plan direkt bis Rockhampton durch zu fahren und damit einen Tag Zeit zu gewinnen. Dies stellte sich nach einer zu späten Abfahrt aber als unmöglich heraus. Das wären nahezu 600 Km in einem Rutsch durchzufahren, no chance, 🙂 Also suchten wir das Örtchen Clairview heraus und nahmen uns den Tipp der Nachbarn zu herzen und gingen auf den lokalen Campground. Wiederum eine super Empfehlung mit herzlichem Empfang sowie einem Abstellplatz direkt am Strand. Sozusagen ein Freilaufgehege für Kleinkinder, 🙂 einfach super. Wir gönnten uns seit geraumer Zeit mal wieder ein Essen im Resti, was sich als handsmade top-Aussi-Küche herausstellte. Nach dem Essen ging ich (Olle) an den Strand um wie immer eine zu qualmen. Plötzlich fing es in den Bäumen an zu rascheln und ich dachte, dass ich nicht richtig höre. Als ich näher ging, wurden sogar Sachen nach mir geworfen! Erst der Zwist unter den Tierchen löste das Rätsel auf: Es waren Wallabys. Leider sah ich sie nicht gut, aber frech sind die Viecher.

Heute gehen wir früh schlafen, da wir morgen vor 7.30 abfahren wollen, um so rasch als Möglich die knapp 200 Km bis zu den Capricorn Caves runter zu spulen. Mehr dazu morgen. Übrigens haben wir nun die 1’000 km-Grenze überschritten. Yeah! 😉 Good night

The Caves + Rockhampton, 31.03. 2016

Voll motiviert sind wir um 06:00 Uhr aufgestanden und los gefahren. Im Verlaufe des Morgens sind wir bei den Capricorn caves angekommen. Das sind Höhlen (mussten wir auch zuerst nachschlagen, :). Dort haben wir uns einer Gruppenführung angeschlossen, was noch ziemlich witzig war. Wir haben viel gelernt. Es handelt sich dabei um eines der grössten Höhlensysteme Australiens UND es befindet sich in Privatbesitz einer Familie. Der Urgrossvater der Familie hat das Land vor ca. 100 Jahren für 16 Pennys gekauft. Heute wird der Wert auf ca. 30 Mio. US-Dollar geschätzt. Rund um und im Höhlensystem sind die giftigsten Tierchen der Welt zu Hause, z.B. der Inland-Taipan. Die giftigste Schlange der Welt. Das Höhlensystem umfasst ca. 3 KM (daher habe ich (Olle) die Klappe gehalten und nicht erzählt dass das Höhlloch in der Schweiz das grösste der Welt ist und wahrscheinlich das x-fache an KM hat, :). U.a. waren wir in der Kathedralen-Höhle. Dort sind Bänke wie in einer Kirche gestuhlt, jährlich werden ca. 35 Trauungen vollzogen. Das Highlight war eine Star Wars Hochzeit, wo alle entsprechend verkleidet zur Trauung in der Höhle antanzten. 🙂 Für eine Trauung werden im Dom über 200 Kerzen angezündet, was eine unvorstellbare Atmosphäre bildet. Ferner werden dort auch Konzerte abgehalten, da die Akustik enorm gut sein muss.

Nach unserem Abstecher sind wir weiter nach Rockhampton (auch Rocky genannt)  gefahren, wo wir unseren nächtlichen Schlafplatz in Empfang nahmen. Nach einer kurzen Pause gingen wir das Städtchen anschauen (wobei Städtchen immer noch deutlich grösser als Basel bedeutet, :)). Durch einen Zufall kamen wir zum besten Steakhouse Australiens, welches auch den aktuellen Preisträger ausmacht. Es war der einfach nur der Hit. Ich (Olle) haben noch nie so ein gutes Steak auf hot stone gegessen, das muss ich wirklich zugeben. Und das Ganze ist wirklich sehr preisgünstig. Auch die Speisekarte war spannend: Da gibt es alles an Fleisch zu essen: Känguru, Krokodil usw. Nach einem Schwatz mit ein paar Kanadiern sind wir wieder zurückgekehrt und gehen nun schlafen.

Sleep well.

4 Kommentare zu „Mission Beach – Townsville – Bowen – Clairview – Rockhampton

    1. Dangge Pappe, ha Di SMS grad kriegt. Das mien mer den no ahluege. Ich hoff unserer schwarze Kollegin goht’s guet und dr Reifgewäggsel het klappt, 🙂

      Schmutz, Chümichnüpfer

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  1. Hallöchen miteinander
    Campen ist doch einfach toll, man hat die besten Plätze zum Übernachten, direkt am Strand.
    Känguru und Emu sind lecker, ein bisschen wie Kalbfleisch. Krokodil ist ganz zart, wenig fischig. Hatte ich auch in Australien.

    Anna hat heute eure Lorbeerhecke geschnitten. Jetzt haben wir wieder Sichtkontakt ( HiHi !!! )

    Es ist wirklich spannend, euren Blog zu lesen. Wir freuen uns immer wieder auf eure Geschichten.
    Weiterhin viel Spass beim Campen und liebe Grüsse aus der Schweiz von
    Jeannette und Nico

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    1. Hallo Ihr Hardcorecamper, 🙂

      Es ist schon toll und man ist flexibel. Es war einfach so, dass wir zweimal nicht so Glück hatten und es mit zwei kleinen Kindern nicht immer so einfach ist, wenn sie nicht mitmachen. Aber ansonsten sicher eine gute Sache. Mal schauen wie es in Neuseeland läuft. 🙂 Gott sei Dank, habt Ihr uns noch ein paar Tipps und Infos gegeben, ansonsten wären wir aufgeschmissen gewesen. z.B. beim WC-Thema, hihihihihihi. Danke nochmals.

      Grüsst Anna von uns und ein grosses Dankeschön. Sie ist ein riesen Schatz… Wir sind so froh, so tolle Nachbarn wie Euch zu haben.

      Danke für die Blumen. An Euch Beide mussten wir viel denken. Vor allem auf Hayman, mit den vielen Kakadus. Unglaublich. Haben Euch ein paar Fotos gemacht.

      Liebe Grüsse

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